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„Querfront“ – Rückblicke in die Geschichte der deutschen Linken

Die aktuelle Debatte in der LINKEN über ein Phänomen, das man „Querfront“ nennt, erinnerte mich an scheinbar Ähnliches in der Geschichte der deutschen Linken. Keine akademisch Analyse, sondern ein assoziativer Rückblick:

Am Beginn des 20. Jahrhundert gaben der Umbruch in die kapitalistisch-imperialistische Industriegesellschaft, der Aufstieg der modernen industriellen Massenproduktion und das Zusammenbrechen der monarchistischen Großstaaten politischen Ideen und Gruppierungen Auftrieb, die Nationalismus mit dem Streben nach einer revolutionären Überwindung der überkommenden Herrschaftsstrukturen und mit antikapitalistischen, sozialistischen Ideengut vermischten. Aus der modernen „Jugendbewegung“ (Jugendstil, Wandervogel), die sich gegen die Zerstörung von Mensch und Natur in den kapitalistischen Industriezentren und gegen die absolute Vorherrschaft des Profits wandte, gab es vor dem Ersten Weltkrieg personelle und intellektuelle Bewegungslinien zur Linken wie zur Rechten.

Zu markanten Grenzgängern vom linken Radikalismus zum sozialistisch national-revolutionärem Denken gehörten in der deutschen Sozialdemokratie z.B. Alexander Parvus, Konrad Haenisch und Paul Lensch. Sie waren vor dem Ersten Weltkrieg auf dem radikalen linken Flügel der SPD Parteigänger von Rosa „Querfront“ – Rückblicke in die Geschichte der deutschen Linken weiterlesen