„Querfront“ – Rückblicke in die Geschichte der deutschen Linken

Die aktuelle Debatte in der LINKEN über ein Phänomen, das man „Querfront“ nennt, erinnerte mich an scheinbar Ähnliches in der Geschichte der deutschen Linken. Keine akademisch Analyse, sondern ein assoziativer Rückblick:

Am Beginn des 20. Jahrhundert gaben der Umbruch in die kapitalistisch-imperialistische Industriegesellschaft, der Aufstieg der modernen industriellen Massenproduktion und das Zusammenbrechen der monarchistischen Großstaaten politischen Ideen und Gruppierungen Auftrieb, die Nationalismus mit dem Streben nach einer revolutionären Überwindung der überkommenden Herrschaftsstrukturen und mit antikapitalistischen, sozialistischen Ideengut vermischten. Aus der modernen „Jugendbewegung“ (Jugendstil, Wandervogel), die sich gegen die Zerstörung von Mensch und Natur in den kapitalistischen Industriezentren und gegen die absolute Vorherrschaft des Profits wandte, gab es vor dem Ersten Weltkrieg personelle und intellektuelle Bewegungslinien zur Linken wie zur Rechten.

Zu markanten Grenzgängern vom linken Radikalismus zum sozialistisch national-revolutionärem Denken gehörten in der deutschen Sozialdemokratie z.B. Alexander Parvus, Konrad Haenisch und Paul Lensch. Sie waren vor dem Ersten Weltkrieg auf dem radikalen linken Flügel der SPD Parteigänger von Rosa „Querfront“ – Rückblicke in die Geschichte der deutschen Linken weiterlesen

Ausfall des Aufzugs und die Verantwortung des Vermieters

Ausfall von Personenaufzügen in Wohnhäusern der Deutschen Wohnen AG

Stellungnahme, 07.12.17,
Michail Nelken, Bau- und Wohnungspolitischer Sprecher

Auf Grund einer Journalistenanfrage zu einem seit Monaten bestehenden Ausfall von Aufzügen in einem Wohnhaus in Spandau, der zu erheblichen gefahrvollen Beeinträchtigungen der Lebenssituation insbesondere älterer und gesundheitlich beeinträchtigter Mieterinnen und Mieter führe, habe ich am 05.12. den Eigentümer die Deutsche Wohnen um Auskunft gebeten.

Die Deutsche Wohnen bestätigte den Ausfall der Aufzüge im Wohnhaus Steigerwaldstraße 7, 9, 11 und 15 in Folge eines Blitzschlages. Eine Reparatur der Aufzüge sei nicht mehr möglich Ausfall des Aufzugs und die Verantwortung des Vermieters weiterlesen

Der Mietspiegel 2017 – ein Spiegel des spekulativen Wohnungsmarktes

Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus
Sprecher für Bauen und Wohnen , Michail Nelken, erklärt:

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Der heute veröffentliche Berliner Mietspiegel 2017 dokumentiert, was alle Berlinerinnen und Berliner längst wissen. Die Mieten steigen ungebremst. Die ganze Dramatik der Entwicklung und das komplette Versagen der hochgelobten »Mietpreisbremse« bildet er dennoch kaum ab. Denn die in den Mietspiegel dominant Der Mietspiegel 2017 – ein Spiegel des spekulativen Wohnungsmarktes weiterlesen

Neuer Kirchgang

Dialog zur städtebaulichen Planung Michelangelostraße II

IMG_6796 (1)Zur Wiederholung der am 06. April wegen des zu großen Publikumsandrangs abgebrochenen Diskussionsveranstaltung über den aktuellen Stand der Fortentwicklung der Planungen zum Wohnungsneubauvorhaben „Wohnen an der Michelangelostraße“ lädt das Bezirksamt Pankow nun am 27.04. 2017 um 18:30 Uhr in die Gethsemanekirche. Ob das Bezirksamt realisiert hat, dass das Raumproblem in einem direkten Zusammenhang mit dem Inhalt und dem Gestus der Ankündigung lag ist nicht erkennbar. Allerdings gibt es ein kleines Zeichen. Der de facto wortgleiche Einladungstext hat einen Zusatz bekommen: NEUSTART. – Es ist zu hoffen, dass das nicht nur ein taktisches Etikett ist. Neuer Kirchgang weiterlesen

Nichts gelernt – Abbruch vor Beginn

Bezirksamt und Senatsverwaltung überfordert

Am Donnerstag dem 06. April musste das Stadtentwicklungsamt Pankow die Informationsveranstaltung „Städtebauliche Planung Michelangelostraße – Präsentation und Dialog“ vor Beginn abbrechen, da der Quartierspavillon in der Thomas-Mann-Straße völlig überfüllt war und noch viele Bürger*innen vor der Tür Einlass begehrten.

Eine Déjà vu. Bereits im März 2015, als die Vorstellung der Nichts gelernt – Abbruch vor Beginn weiterlesen

Nicht noch n‘ Center

Der Alte Schlachthof oder wem gehört die Stadt

IMG_0043Eigentlich ist alles gelaufen. Und zwar wie immer. Das Grundstück mit vier denkmalgeschützten Hallen des Alten Schlachthofes an der Landsberger Allee ist verkauft. Es gibt einen festgesetzeten  B-Plan aus dem Jahre 2003, der hier eine Kerngebietsnutzung ausweist. Und es gibt seit 2016 sogar Baugenehmigungen für ein Kongress- und Einkaufzentrum. Gebaut wurde nach dem Verkauf der Flächen durch Berlin vor über 10 Jahren aber nicht, nur weiterverkauft. Nicht noch n‘ Center weiterlesen