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Blumenviertel

Gipfel und Riesling vom Prenzlauer Berg

Das Blumenviertel hat sein Namen von den blumigen Straßennamen des Kiezes: Oleander-, Schneeglöckchen-, Maiglöckchen-, Chrysanthemen- und Cyanenstraße. Es wird auch „Blümchenviertel“ genannt. Da der Kiez zwischen dem Gewerbegebiet Storkower Straße und dem Volkspark Prenzlauer Berg in der äußersten östlichen Ecke des Bezirks liegt, wird das Blumenviertel oft nicht als Prenzlauer Berger Kiez wahrgenommen. Dabei befindet sich der höchste Punkt des Prenzlauer Bergs mit 91 m hier und wird hier der Prenzlauer Berger Riesling angebaut.

Baugeschichtliche Vielfalt

Die Bebauungsstruktur ist trotz der geringen Größe des Gebiets sehr heterogen. Zwischen 1927 und 1931 wurde eine Reihe von für die Zeit typisch großzügigen Wohnanlagen am Blockrand errichtet. Diese Wohnhäuser stehen heute als Denkmalensemble zusammen mit dem zur gleichen Zeit errichteten Bürogebäudes (Architekt: Fritz Hambrock) an der Schneeglöckchen- und Oleanderstraße unter Denkmalschutz. Das Amtsgebäude wird von alteingesessenen auch Finanzamt genannt, weil dies wohl für diese Nutzung errichtet wurde. Zu DDR-Zeiten waren dort Gesundheitseinrichtungen aber auch das „Amt für Arbeit und Löhne“ Nutzer. Im Jahre 1990 zog dort eine Treuhandniederlassung ein. Sehenswert ist die Gestaltung des Portals an der Schneeglöckchenstr. 26 mit den zwei blauen Kopfplastiken und einer blauen Uhr.

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  Eine zweite baugeschichtliche Schicht bilden die 4-geschossigen Wohnhäuser der Genossenschaft Zentrum in offener Bauweise, die in den 50er und 60er Jahren errichtet wurden. Für Prenzlauer Berger Verhältnisse wohnt man hier ruhig, sehr grün und relativ preiswert. Eine Einfamilienhaussiedlung,  die sich  am Fuß des Volksparks bis zur Kniprodestraße erstreckt und Kleingartenanlagen komplettieren das idyllische Bild des Blumenviertels.

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Verkehrsplanung eine Zeitbombe?

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Die größte Unsicherheit für die Zukunft das Blumenviertel ist Verkehrsplanung des Landes Berlin. Diese bedrohlichen Planungen des mittleren Stadtringes (A 100) und der Südumfahrung des jüdischen Friedhofs sind nicht neu, sondern schon über 20 Jahre alt. Deshalb hat mancher – so wie ich – sich mit dieser latenten Bedrohung eingerichtet nach der Devise: Keine Panik, Papier ist geduldig, kommt ja sowieso nicht. Nun gibt es allerdings Unruhe, denn mit den diesjährigen Beschlüssen zum Bundesverkehrswegeplan erreicht die Realisierungsplanung der die A 100 den Bezirk Pankow. Der 16. und 17. Bauabschnitt werden zusammengefasst und die A 100 soll damit von Treptow bis zur Storkower Straße geführt werden.

Damit ist die Südumfahrung des Jüdischen Friedhofs nicht vom Tisch. Im Gegenteil, sie gewinnt mit dem Ringschluss der A 100 von der Storkower zur Michelangelostraße und dem geplanten Wohnungsneubau an der Michelangelostraße (1500 bis 2500 Wohnungen ?) als Netzergänzung und Entlastungstrasse ebenfalls an Virulenz.

Das Netzwerk gegen die Verlängerung der A 100 ist eine gute Adresse um sich zu informieren und sich einzubringen. A 100 stoppen!  (http://www.a100stoppen.de/)

 

Der Berg vom Prenzlauer Berg …

… ist 91 m hoch. Er ist ein Schuttberg aus den Trümmern der im zweiten Weltkrieg zerstörten Berliner Innenstadt. Es gab sogar eine Trümmer-Bahn vom Alex bis hierher zur Kippe an der Oderbruchstraße, die deshalb den Namen „Oderbruchkippe“ trug. Ab 1963 wurde die Kippe begrünt und 1969 als Volkspark Prenzlauer Berg, der öffentlichen Nutzung übergeben. Seitdem ist sie für die Bewohner der umliegenden Wohnquartiere in Prenzlauer Berg, Weißensee und Lichtenberg ein beliebtes Naherholungsrefugium. Der Bezirksverband der Kleingärtner feiert hier traditionell sein Drachenfest. Wenn im Winter ordentlich Schnee liegt wird hier gerodelt. Allerdings befindet sich der Volkspark heute in einem traurigen Zustand. Er ist ungepflegt und vermüllt. Und von den seinerzeit angelegten Aussichtsflächen hat der Besucher keine Aussicht, weil sie völlig zugewachsen sind. Für die Bezirksverwaltung hat diese Grünanlage ganz offensichtlich bislang keine Priorität.

 

Riesling a la Prenzlauer Berg

Weinverein-LogoDie jüngste Straßenbenennung im Blumenviertel wurde erst im letzten Jahr (2015) vollzogen. Die neue Straße heißt Am Weingarten. Initiator der Be- und Umbenennung war der Förderverein „Weingarten Berlin“ e. V., der in der angrenzenden Kleingartenanlage „Neu Berlin“ einen Weinschaugarten betreibt und Riesling-Weinstöcke hegt und jedes Jahr hunderte Kilo Trauben erntet. Sie werden in einem Weingut bei Meißen gekeltert. Der Prenzlauer Berg Riesling kommt nicht in den Handel, obwohl bei allen Schwankungen in den Jahrgängen ganz gut schmeckt, wenn man Riesling mag, sondern wird als Rarität an Gäste des Bezirks verschenkt sowie an Freunde und Förderer des Weinvereins abgegeben.

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  • Konzert im Weingarten
    Sonntag, 4. September 2016 um 15:00 Uhr

www.berliner-riesling.de